Mit Haut und Haar

 

Von vielen nicht beachtet aber dennoch ein (Lebens)-wichtiger Faktor:

Die Haut

Aber was macht sie so besonders für eine Ratte und was bitte, hat das mit Zucht zu tun? Kommen Ratten nicht generell mit einer guten Haut auf die Welt?
Die Antwort ist leider...NEIN.
Genau wie das Thema Vibrissen, gehört auch das Thema "Haut und Fell" mit zu den wichtigsten Selektionsmerkmalen einer guten Zucht. Gerade im Bezug auf "Nicht - Standardtiere" wie Harley, Rex, Velveteen und Fuzz.

Bildquelle: http://www.dekubitus.de
Bildquelle: http://www.dekubitus.de

Um ein wenig zu Verstehen wie die Haut überhaupt Funktioniert, erkläre ich euch kurz die wichtigsten Begriffe und deren Funktion.

Die Haut ist das größte Organ, dass ein Säugetier haben kann. Dient sie nicht nur als Barriere gegen Umwelteinflüsse, sondern auch als Regulator der Körpertemperatur, zum Austausch von Stoffen oder auch zum Fühlen, also den sensorischen Eigenschaften.

Lesen wir uns nun den letzten Satz noch einmal durch, klärt sich auch die Frage, warum Harley etwas dünnere Haut haben und Fuzz hingegen dickere. Die Natur ist ja nicht dumm. Ein Tier mit mehr Fell, also eine Harley oder auch Rex bzw Velveteen braucht zur Regulierung der Körpertemperatur eine dünnere Haut. Wohingegen eine Fuzz; die ja kein Fell zum Halten der Körperwärme besitzt - eine dickere, ledrigere Haut benötigt. 

 

Die Haut besteht grob umschrieben aus drei Schichten:

 

~ Die Epidermis - auch Oberhaut genannt

 

Sie ist quasi das Schutzschild gegen alle äußeren Einflüsse und unterliegt einem 30 Tage Rhythmus in dem sie sich erneuert. Also für uns wichtig zu wissen, das man eine Futtergabe mindestens 4 Wochen geben sollte, bis eine Wirkung sichtbar/fühlbar ist. 

Die Dermis - auch Lederhaut genannt

 

Die  Lederhaut ist ein wichtiger Bestandteil des Organes "Haut". Sie ernährt die Oberhaut und versorgt sie mit allen wichtigen Nährstoffen. Zudem sitzen in ihr die Wärmeregulierenden Muskeln, die die Gefäße weit oder eng stellen. 
Zudem befinden sich wichtige Zellen zur Immunabwehr in ihr.

 

~ Die Subcutis - auch Unterhaut genannt

 

Sie dient als Wärmespeicher bzw Energiespeicher durch ihr eingelagertes Fettgewebe. Auch hat sie die Aufgabe die Oberhaut mit den Faszien / Knochen und Muskeln zu binden. Auch sie trägt zur Ernährung der Oberhaut bei.

 

 

Genetische Erkrankungen der Haut

Es gibt einige Erkrankungen der Haut, die durchaus ihren Ursprung in der Genetik haben.
Eine Neigung zu Abszessen oder vermindertes Haarwachstum können, aber müssen nicht, Genetisch bedingt sein.

Aber was ist ein Abszess und wie entsteht dieser? Und was hat es mit Genetik zu tun?

Ein Abszess ist eine abgekapselte Entzündliche Veränderung im Gewebe. Wir kennen es auch als die Harmlose Variante: Den Pickel.
Bakterien kommen durch Biss oder Kratzwunden unter die Haut und werden vom Körper in eine Membrankapsel eingeschlossen. Viele Erreger können vom Immunsystem selbstständig eliminiert werden bzw umkapselt werden. Sie brauchen dann nur noch Hilfe beim Spülen und Abheilen.  Ist das Immunsystem aber bei der Aufzucht und Verpaarung schon außer acht  gelassen worden, so gelingt es ihm nicht, eine undurchdringliche Membran zu bilden und der Erreger gerät in die Blutbahn. Die Abszesse können nun streuen und treten immer häufiger auf. Auch ist eine Sepsis möglich so das dass Tier an einer Blutvergiftung eingeht. Ein unvermeidlicher Teufelskreis.

Aber ist nun jede Ratte mit einem Abszess eine "schlecht gezüchtete Ratte"?   - ganz klar NEIN
Differenzieren muss man hier an der Häufigkeit des Vorkommens. Hat eine Linie immer wieder Probleme mit Abszessen so sollte man über deren Einstellung nachdenken.

 

Hormonelle Störungen 

 

Testosteron 
Grundsätzlich regt Testosteron das Haarwachstum an. Ein Überschuss allerdings kann zu Haarausfall führen. Testosteron wird durch spezielle Enzyme in Dihydrotestorsteron (DHT) umgewandelt, welches an den Haarfollikeln wirkt. Bei einer genetischen Störung reagieren diese besonders stark auf DHT. In diesem Fall wird das Haarwachstum beschleunigt, indem die Haarwachstumsphase verkürzt wird.  Es können nur dünne fisselige Haare gebildet werden, die schneller ausfallen und brechen. Einige Böckchen, im speziellen langfellige Tiere, können nach dem Decken empfindlich im Fellwachstum werden.

 

 

Östrogen

 

Das Hormon Östrogen ist ein weibliches Follikelhormon, das die Reifung der Eizellen fördert und im weiblichen Körper Einfluss auf das Haarwachstum nimmt. Ein abfall im Östrogenspiegel  können zu diffusem Haarausfall führen. Dies macht sich bei der Ratte stark nach der Tragezeit und im Alter bemerkbar. Speziell scheinen einige Harley bzw "Nicht Standardfelle" davon betroffen zu sein. 

 

 

Progesteron 

Das Steroidhormon Progesteron bereitet den weiblichen Organismus auf das einlagern der Eizellen vor. Fehlt dieses Hormon, werden Rättinen nur schwer tragend und bilden auch spärlich Haare aus.

 

 

Die Schilddrüse 

Schilddrüsenhormone sind maßgeblich am Zellwachstum beteiligt. Bei einer Unterfunktion kann das Haarwachstum beeinträchtigt werden.